A/D-Wandler Lavry AD122-96MKIII
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11.03.2008 |
Autor: Peter Kaminski
Wir hatten schon viel von den Lavry-Wandlern im Bereich des Mastering und Stereo-Recordings gehört und wollten uns einmal selber ein Bild machen. Da kam ein Auftrag im Mastering-Bereich gerade recht und der deutsche Vertrieb Jambor Audio stellte uns kurzfristig ein Gerät zum Test zur Verfügung.

Der Hersteller
Lavry wurde 1993 gegründet hat seinen Sitz in Bainbridge Island im US-Staat Washington. Der Mann hinter den Produkten ist Dan Lavry. Er machte über die Jahre viele Entwicklungen für die Industrie. So kam z. B. eine Zusammenarbeit mit Apogee zustande und er arbeitete an der Entwicklung des AD-500 und DA1000. Später gründete er seine eigene Firma, die zunächst "dB technologies" hieß. 2002 wurde die Firma in "Lavry Engineering" umbenannt. Neben dem vorgestelltem AD122-96MKIII bietet er noch den D/A-Wandler Gold DA924 sowie die Serien LavryBlack und die modulare LavryBlue an.
Die Technik
Den Lavry AD122-96MKIII gibt es schon in der dritten Generation. Der Ad122 wurde noch unter dem Firmennamen dB technologies vertrieben. Im MKII wurde eine überarbeitete Clock eingesetzt und Abtastrate waren nun bis 96 kHz möglich. Bei der Mark-III-Version wurde unter anderem das Netzteil nochmal überarbeitet und es kamen weitere Features hinzu wie verbesseres Metering und Dithering usw.
Der Lavry AD122-96MKIII ist ein zweikanalieger A/D-Wandler mit 24-Bit-Wortbreite, der die üblichen Abtastraten zwischen 44,1 und 96 kHz unterstützt. Das Wandlerprinzip ist kein Sigma-Delta-Verfahren sondern ein Parallelbitverfahren. Die Aliasing-Filter sind eine Kombination aus analogen und digitalen Filtern. Der Wandler besitzt intern ein aufwendiges Re-Dithering (Acoustic Bitcorrection) für die Down-Konvertierung von Wortbreiten zwischen 16 und 20 Bit. Wer sich technisch näher dafür interessiert, der sollte mal ein Blick in das aufschlussreiche Handbuch werfen. Der Wandler verfügt über ein zuschaltbares DC-Filter zum entfernen des Gleichspannungsanteils. Ein interner Testgenerator erlaubt ein präzises Einstellen und Trimmen der Eingangsempfindlichkeit. Des weiteren bietet der Lavry intern noch ein digitalen Soft-Knee-Limiter mit 3 oder 6 dB Gain. Neu beim Mark III ist auch die Soft Saturation für die Simulation eines Sättigungsverhaltens analog Tapes. Neben Dither (High Pass und Flat) lassen sich auch noch vier Noise Shaping Typen mit verschiedenen Kurven anwählen.

Als Digital-Ausgang bietet der Lavry eine AES/EBU-Schnittstelle (XLR). Die analogen Eingänge (mit diskret Aufgebauten Eingangsstufen) sind mit XLR-Buchsen ausgerüstet. Über Jumper lassen sich die Eingänge symmetrisch als auch unsymmetrisch betreiben (beides grounded oder floating shield). Die Polarität der symmetrischen Eingänge lässt sich per Menü umschalten (Hot auf Pin 2 oder Pin 3). Die Aussteuerungsanzeige an der Front ist sehr hochauflösend. Der Bereich lässt sich in 30-dB-Segmente verschieben. Der Standardanzeigebereich geht von 0 dB bis - 55 dB FS. Die Peak-Hold-Funktion lässt sich auch deaktivieren. Ein nicht unwichtiger Faktor ist die Wordclock-Funktionalität. Hier bietet der AD122-96MKIII neben BNC-Ein- und Ausgänge auch noch ein AES/EBU-Sync-Eingang.
Nun kommen wir zur Praxis. Als Master für das Studio haben wir die Clock des Lavry AD122-96MKIII genutzt. Alle anderen Geräte waren im Clock-Slave-Betrieb. Die Clock ist nicht nur absolut sehr präzise sondern auch extrem Jitter-arm. Die Bedienung ist kinderleicht. Ein paar Blicke in das Handbuch genügen um die Abkürzungen in den Menüs und Parameter nachzuvollziehen.
Der Klang des AD122-96MKIII kann man ohne jegliche Abstriche als extrem neutral ohne Färbung bezeichnen. Auch bei 44,1 kHz Abtastrate überzeugt der Klang. Beim Mastering mit einer analogen Kette von Prozessoren und ggf. analog Tape, wird meist mit sehr hohen Pegeln gearbeitet. Das ist scheinbar eine weitere Stärke des Lavys. Selbst bei ausgeschaltetem Limiter kann man den Wandler sehr hart Anfahren und zum Teil übersteuern ohne gleich hörbare Artefakte zu bekommen. Daher verwendet man in Übersee den Wandler auch gerade in diesem Bereich sehr gerne. Selbst etwas Lautheitsgewinn lässt sich so noch erzielen. Wir haben auch einmal den Limiter und die Soft Saturation getestet aber das ist mehr als eine Zugabe zu verstehen. Wir haben davon nach kurzem Ausprobieren die Finger gelassen.
Fazit
Der Lavry ist sicherlich im Bereich des Masterings und des High-End-Stereo-Recordings, einer der besten verfügbaren Wandler, auch wenn er noch keine 192 kHz Abtastrate bietet, was schon wünschenswert wäre. Der Preis von 7.350 Euro schränkt den Käuferkreis leider ein - auch wenn der Wandler sein Geld wert ist. Für die, die es sich leisten können eine wirkliche Empfehlung.