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Solid State Logic - Duende | 06.04.2007 |
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Die Leistungsfähigkeit von Simulationen analoger und digitaler Vorbilder nimmt immer zu und hat nun ein Niveau erreicht, bei dem der Einsatz von Simulationen auch für den professionellen Einsatz mit hohen Ansprüchen eine Alternative zu den Original-Hardware-Komponenten darstellt. Der Hersteller Solid State Logic hat sich dran gemacht seine eigenen Produkte als Emulation anzubieten. Vom Hersteller SSL erwartet man ein hohes Niveau und wir werden sehen, ob man diesem Anspruch gerecht wird. Konzept Duende ist DSP Prozessor (19-Zoll-Gehäuse, 1 HE) für Macintosh und Windows-basierende PC Audio-Workstations. Der Anschluss erfolgt über FireWire 400. Die Einbindung in die Host-Software erfolgt über VST (PC), bzw. über AU (Mac). Eine RTAS-Einbindung kann über den FXPansion Wrapper (Pro Tools) ebenfalls erfolgen. Systemvoraussetzungen Für PCs ist Windows XP SP2 mit einem Pentium 4/AMD mit 1 GHz Taktfrequenz und 512 MB RAM die Mindestanforderung. Bei den Macintosh-Plattform kommt mindestens Mac OS X 10.4.8 zum Einsatz. Als Host-Software lassen sich Apple's Logic Pro 7.1, Steinbergs Cubase und Nuendo in den Versionen 3 und höher sowie Digidesign's Pro Tools LE oder HD in der Version 7 und höher, einsetzen.
Dank der leistungsstarken DSP-Hardware (vier DSPs) lässt sich schon einiges benutzen, bevor man an das Limit kommt. Das Duende Preference Panel gibt auch Auskunft (s. oben) über die aktuelle Auslastung der DSPs. Bei 44,1 und 48 kHz stehen 32 bei doppelter Abtastrate 16 Slots zur Verfügung. Eine Stereoversion belegt immer zwei Slots. Für die zuvor erwähnten Programmen erfolgt eine automatische Delay-Kompensation. Channel Strip (EQ & Dynamcis) Ein Plug-In ist der Channel Strip, der eigentlich aus der SSL "XL9000K" Konsole stammt und in das "C200" Digitalpult implementiert wurde. Diese Algorithmen hat man nun als Basis für das "EQ & Dynamics Channel Strip" Plug-In von Duende genommen.
Der optische Aufbau und die Vedienung ist SSL-typisch und ist schon von den 4000er-Konsolen her bekannt. Der Equalizer bietet ein Hoch- (18 dB/Okt.) und Tiefpassfilter (12 dB/Okt.) sowie zwei halb- (Low/High) und zwei vollparametrische Bänder (Low Mid/High Mid). Das obere sowie das untere halbparametrische Band lässt sich von Shelving auf Glockenkurve umschalten. Die spezifischen Filtereigenschaften lassen sich über einen Schalter zwischen denen der G- und E-Serie-Mischpulten umschalten. Die Dynamiksektion ist getrennt in einem Kompressor und in einem Gate/Expander, die beide paralle auf einen Gain Controller wirken. Die Reihenfolge von Filter, EQ und Dynamiksektion lässt sich über zwei Schalter (Filter to INPUT und Dynamics PRE EQ) wählen. Die angewählte Reihenfolge wird als Blockdiagramm im unteren Plug-In-bereich dargestellt. In beiden Dynamiksektionen stehen Ratio-, Threshold- und Release-Regelmöglichkeiten zur Verfügung. Über einen Schalter können beide Sektionen auf eine schnelle und feste (100 Mikrosekunden per 40 dB) Anstiegszeitkonstante geschaltet werden. Stereo Bus Compressor Die Vorlage des Kompressor ist der legendäre Stereo Bus Compressor aus der 4000G-Serie, der sich sowohl in einer Gruppensumme als auch im Master sinnvoll einsetzen lässt. Er ist klanglich nicht unbedingt als neutral zu bezeichen. Seine Aufgabe ist es ja aber auch Sound zu machen. Viel zu sagen gibt es zu den Einstellungen nicht. Das Plug-In ist funktionell selbsterklärend ...
Drumstrip Als erstes optionales Plug-In gibt es noch ein Drumstrip Plug-In, welches speziell für die Bearbeitung von Schlagzeug und Perkussions-Sounds gedacht ist.
Das Plug-In vereint fünf verschiedene Werkzeuge in einem Plug-In und zwar ein Gate, ein Transienten Shaper, ein LF und HF Enhancer sowie einen klassischen Listen Mic Compressor, der im Gegensatz zum Original auch als Fullband-Kompressor (EQ In Funktion deaktiviert) arbeiten kann. Die Reihenfolge der Werkzeuge lässt sich den Bedürfnissen anpassen (unterer Bereich des Plug-Ins). Der Drumstrip wird demnächst lieferbar sein und wir werden den Test dann entsprechend ergänzen. Praxis Wir haben Duende Software Version 1.5 auf einem Macintosh-Rechner unter Mac OS X getestet. Die Installation ging reibungslos von statten. Beim Betrieb zeigten sich Probleme, wenn parallel ein FireWire 800 Device angeschlossen war. Speziell mit einer FireWire-Festplatte hatten wir Probleme. Es ist bei den Macs so, dass zwar getrennte FireWire-Anschlüsse (400 und 800) existieren, beide aber über einen Controller laufen und bei einem angeschlossenem FireWire 800er Device kann es so zu Problemen kommen, da das Device u. U. seine Bandbreite einfordert. Weiter sind einige Festplatten mit Controller Chips ausgestattet, die nicht Duende-kompatibel sind. Mehr Aufschluss gibt hier die FAQ-Sektion auf der SSL-Web-Site. Die Klangqualität entschädigt einen aber für dieses vorher erwähnte Manko. Man kommt wirklich sehr nahe an das Verhalten der Originale, besonders bei dem Bus Compressor. Die WAVES SSL 4000 Collection ist nicht direkt vergleichbar, da das Konzept etwas anders ist (E-Serie Channel Strip und G-Serie EQ). Aber den typischen SSL Sound liefern beide wobei das Duende dem Original noch eine Spur näher kommt als das WAVE Bundle (siehe Testbericht Sound & Recording 8/2006, S. 84 ff.). Fazit Der Marktpreis des Duende (Hardware und Plug-Ins) liegt bei ca. 1.600 Euro. Das ist ein angemessener Preis. Die Simulationsqualität kommt nahe an die Originale. Gegenüber dem WAVES-Bundle wird Dank der DSP-Unterstützung weniger Prozessorleistung vom DAW-Rechner abgefordert. Der Preis ist ja mit dem WAVES-Bundle vergleichbar. Das Drumstrip Plug-In liegt bei ca. 200 Euro und wird direkt über die SSL Web-Site vertrieben. Für Anwender die auf ihren Workstation Mischen sind die SSL Plug-Ins und besonders die von Nuende fast ein Muss. Vertrieben wird das Duende übrigens von MI7.
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