Test

Studiomonitor ADAM A7

22.07.2006

Der Berliner Hersteller ADAM hat im zweiten Quartal 2006 einen neuen Studiomonitor vorgestellt. Die A7 ist mit 18 * 33 * 28 cm (16,6 Liter Volumen) sehr kompakt ausgefallen. Das Gehäuse ist als Bassreflexsystem ausgelegt und die Membrane des Basstreibers, mit einem Durchmesser von 165 mm (entspricht 6,5 Zoll), ist aus einem Rohacell/Kevlar-Gewebe hergestellt. Typische Verbundwerkstoffe aus dem modernen Flugzeugbau. Kevlar und dessen hervorragende Eigenschaften wie Festigkeit, ist vielen sicherlich bekannt. Unbekannter ist sicherlich Rohacell. Es kommt zum Beispiel bei den Tragflächen der Airbus-Flugzeuge zum Einsatz und besteht eigentlich aus Methacrylimid - für die, die es genau wissen möchten.

Der Hochtöner ist nach der Accelerated Ribbon Technology (A.R.T.) aufgebaut. Ein technisches Prinzip basierend auf die Entwicklung von Dr. Oskar Heil. Es arbeitet mit einer lamellenartigen, gefalteten Membrane aus Folie in einem Feld. Die Lamellen öffnen und schließen sich entsprechend der anliegenden Spannung. Die Luftbewegung ist dabei aber ca. um den Faktor vier größer als die Bewegung der Membrane. Es erfolgt daher eine Geschwindigkeits-Transformation, welche eine bessere akustische Anpassung und damit einen höheren Wirkungsgrad als übliche Schallwandler nach dem Kolbenprinzip verursacht. Die höhere akustische Fläche (71 cm²) durch die Faltung sorgt auch für einen höheren maximalen Schalldruck, gegenüber anderen Wandlersystemen, bei gleichem Klirrfaktor. Der in der A7 eingesetzte Hochtöner ist übrigens identisch mit dem in dem Artist-Lautsprecher von ADAM.

In dem Gehäuse arbeiten zwei Verstärker mit einer effektiven Leistung von 50 Watt (80 Watt Spitzenleistung). Die A7 bietet sowohl ein unsymmetrischen Eingang (Cinch) als auch ein elektronisch symmetrierten Eingang (XLR-Buchse). Neben dem Einschalter und auf der Frontseite befindet sich ein Lautstärkeregler mit Rasterung, der eine Anpassung des Pegels gestattet. Auf der Rückseite befinden sich neben den Eingangsbuchsen drei kleine Trimmer. Mit zwei Trimmern lässt sich die Verstärkung (+/- 6 dB) der beiden Kuhschwanzfilter (unter 150 Hz und über 6 kHz) zur Raumanpassung einstellen. Der Pegel des Hochtöners lässt sich im Bereich von +/- 4 dB einstellen.

Praxis

Die Verarbeitung der Box ist ohne jeden Mängel und sehr solide. Die A7 sorgt bezogen auf ihre Baugröße für ordentlich Druck im Bassbereich. Dabei überträgt sie sehr auch sehr gut tieffrequente, impulshafte Geräusche wie den Kick einer Bassdrum und ist auf keinen Fall schwammig im Bass. Der A.R.T. Hochtontreiber garantiert eine hohe Präsenz in den Höhen und zudem eine exzellente Transientenabbildung. Wirklich ein runder Sound ohne klangliche Ecken und Kanten und das unabhängig von dem Sound-Material von TV-Ton über Klassik und Pop bis Heavy. Die A7 macht immer eine gute klangliche Figur.

Wir haben in unserem Teststudio, der Mastering und Surround Factory in Hamburg versucht, über die Trimmer eine optimalere Anpassung hinzubekommen und sind wieder bei den Null-Stellungen gelandet. Wenn der Raum gut klingt sind überhaupt keine Korrekturen mit den Trimmern vorzunehmen. Bei einigen früheren Modellen war nach meinem Geschmack, häufig der Pegel des Hochtöners zu hoch. Dies hat man aber offensichtlich korrigiert, den bei der A7 ist alles optimal abgestimmt.

Die A7 ist ein Lautsprecher der auch Spaß macht, dass heißt er ist weniger analytisch und somit mehr für den Produktionsprozess geeignet, als z. B. für dass Mastering. Auch mit den zwei mal 50 Watt wird ordentlich Schalldruck erzeugt. Auch hier muss sich der Anwender keine Sorgen machen - höchstens um den Zustand seines Gehörs. Für den Einsatz als zweite Referenz in Verbindung mit großen Midfield-Monitoren ist das System meines Erachtens nicht unbedingt geeignet. Dazu klingen die A7 einfach zu gut. In diesem Zusammenhang möchte man ja eher klangliche Alternativen einsetzen, die z. B. eher Hifi-mäßig klingen oder einen anderen akustischen Kontrapunkt setzen. Der Einsatzschwerpunkt der A7 ist aber: kleiner Hauptmonitor bei Produktionsanwendungen im Nahfeld und hier macht er einen richtig guten Job.

Fazit

Der Preis für ein Monitor beträgt knapp unter 400 Euro. Für einen Paarpreis von unter 800 Euro kriegt man einiges an klanglicher Qualität geboten. Klanglich dürfte sie im Bassbereich vielen gleich großen Lautsprechern überlegen sein.

Ideale Einsatzgebiete sind kleine Projektstudios ohne Mid-Field-Monitore, das Homerecording Segment, der Post-Production-Bereich sowie auch Workstation-Arbeitsplätze, z. B. im Hörfunk. Da die A7 nicht magntisch geschirmt ist, muss genügend Abstand zu Videomonitoren (mit Bildröhre) eingehalten werden, was bei nicht extrem eingeschränkten Platzverhältnissen in der Praxis kein Problem bereiten dürfte.

Als Fazit kann man der A7 ohne Einschränkungen das Prädikat sehr empfehlenswert für die angegebenen Einsatzbereiche vergeben.

Technische Daten

Tieftontreiber Durchmesser 165 mm (6,5")
Freiluftresonanz Tieftöner 40 Hz
Verstärkerleistung 2 * 50 W RMS
Übertragungsbereich 46 Hz ... 35 kHz (+/- 3 dB)
Klirrfaktor < 1% (bei > 80 Hz)
Maximalschalldruck > 105 dB SPL (@ 1 m)
Übergangsfrequenz 2200 Hz
Eingangsimpedanz 10 kOhm
Gewicht 8,1 kg
Abmessungen (b x h x t) 18 x 33 x 28 cm

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